neulatStudien kleinkennen die Lateinerinnen des Lernfelds Latein

natürlich gut. Aber dieser hat nichts mit dem Ursprung Europas zu tun und brachte uns daher auch nicht weiter in unserem Bestreben, Antworten auf unsere dringendsten Fragen zum Thema Europa, die wir nicht erst seit unserem Europatag suchen, zu finden: zum Einfluss der lateinischen Sprache und Kultur auf unser heutiges Europa und überhaupt zum Entstehen eines Europabewusstseins.

Daher beschlossen wir, ein bisschen Expertise auf diesem Gebiet bei Frau Dr. Isabella Walser-Bürgler vom Ludwig Boltzmann Institut für Neulateinische Studien zu erwerben. Und sie erzählte ebenso begeistert wie klar über den Forschungsbereich ihres Instituts, die lateinische Sprache und Literatur von ca. 1400 bis 1800, und über Grundfragen der neulateinischen Europaforschung. Wir waren beeindruckt und freuen uns über unser neuen Erkenntnisse. Wir wissen Bescheid über die Bedeutung der lateinischen Sprache von der Renaissance bis in die frühe Neuzeit, die riesige Menge neulateinischer Texte, die die gesamte lateinische Textüberlieferung der römischen Antike und des Mittelalters zusammen um ein nahezu unglaubliches Vielfaches übertrifft und über Latein als lingua franca, die dazu geeignet war, die komplexen Inhalte einer sich in allen Bereichen rapide entwickelnden Welt auszudrücken.
Frau Dr. Walser-Bürgler erzählte auch über das Aufkommen und Florieren des Europabegriffs ab dem 15. Jahrhundert, über die res publica literaria, die Gelehrtenrepublik, der Denker aus dem gesamten lateinischen Sprachraum angehörten und in der bereits Vorstellungen und Konzepte, die heute noch von Bedeutung für Europa sind, diskutiert wurden.
Unser modernes Europa wäre ohne lateinische Sprache und Kultur in heutiger Form nicht denkbar, war eine der Kernaussagen und eine Einsicht, die uns vielleicht hin und wieder über die Mühen des Deklinierens und Konjugierens hinweghelfen wird. (dlam, 28. April 2019)

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