Dachau klein 121318Ein Bericht von Juliane

„Möge das Vorbild derer, die hier von 1933 bis 1945 wegen ihres Kampfes gegen den Nationalsozialismus ihr Leben ließen die Lebenden vereinen zur Verteidigung des Friedens und der Freiheit und in Ehrfurcht vor der Würde des Menschen.“ 

Diese Worte standen auf dem Appellplatz in der KZ Gedenkstätte Dachau geschrieben. Es herrschte eine bedrückte Stimmung, als wir jenen Platz durch eine kleine, schwarze Tür mit der Aufschrift „Arbeit macht frei“ betraten. In diesem Sinne beschreibt Freiheit den Tod. Die Leiden, die tausende Menschen über sich ergehen lassen mussten. Fünfundzwanzig Hiebe auf den nackten Rücken für Verbrechen, die man nicht begangen hatte. Das alles mussten Gefangene des nationalsozialistischen Regimes im Konzentrationslager Dachau, nördlich von München, ertragen.
Am 21. Februar 2019 fuhren wir, die 7B und 7D mit unseren Lehrpersonen im Fach „Geschichte und Politische Bildung“, Gabriele Müller, Helena Heim und Georg Möst nach Dachau. Heute ist der Ort eine Gedenkstätte an all die Opfer, die in der Zeit des Nationalsozialismus in diesen Konzentrations-, Arbeits- und Vernichtungslagern starben. Sie arbeiteten sich zu Tode, wurden in den Gaskammern mit Zyklon-B, einem letalen Gift, erstickt, wurden erschossen oder erlitten andere, grausame Tode.
Wir nahmen an einem Seminar von 11:00 bis 15:00 teil. Unterteilt in zwei Gruppen starteten wir mit einer Vorbesprechung, gefolgt von einer Führung durch die Gedenkstätte und eine Nachbesprechung. Bei dem Rundgang besuchten wir die nachgebauten Baracken, in denen die Gefangenen auf engstem Raum unter inhumanen Bedingungen schlafen mussten, die Gaskammer bzw. das „Brausebad“, wie es im NS-Jargon bezeichnet wurde, sowie die Krematorien, die noch heute veranschaulichen, wie die Menschen damals ermordet wurden und wie mit ihren Körpern umgegangen wurde. Auf dem Appellplatz, der heute bis auf ein paar Schulklassen leer steht, hieß es damals um 6:00 morgens antreten und eine Stunde lang, bei jedem Wetter, stillstehen. Wir besichtigten auch den Bunker, einen langen Gang mit schier unendlich vielen Zellen, um Gefangene in Einzelhaft zu halten. Zum Abschluss der Führung sahen wir noch einige Ausstellungsstücke aus dem Museum, welches das Leid der Menschen damals bildlich darstellt.
Die Verbrechen der Nazis sind ein Teil von uns. Niemand unserer Generation kann mehr dafür verantwortlich gemacht werden, für das, was unsere Urgroßeltern taten. Doch wir dürfen nicht verleugnen, was passiert ist, oder es wird sich wiederholen. Genau dort, wo wir uns wünschen, wir könnten nicht nachempfinden was diese Menschen erlebt haben, genau dort wo wir verleugnen möchten, dass diese Taten ein Teil unserer Geschichte sind und wo wir keine Empathie haben wollen, weil es uns Angst macht, genau dort ist sie am wichtigsten. Genau dort müssen wir uns bewusst werden, wodurch so etwas Schreckliches passieren kann. Und diese Fehler dürfen wir nicht noch einmal machen. (Juliane Tiefenthaler, 7B, 7. März 2019)

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Klick aufs Bild! (Bilder: Georg Möst)