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Herzensbildung im Niemandsland

Herzensbildung 2D klein 0146Bei Kerzenschein an jemanden, den man liebt schreiben und zeichnen, ...

und sich dabei an das letzte gemeinsame Jahr erinnern. Eine Zeichenunterlage, ein Bleistift, zwei Blatt Papier, ein Kuvert, eine Kerze, einen kleinen Tee und einen Keks - so fand jeder/jede der SchülerInnen der 2D seinen einfachen Arbeitsplatz eingerichtet in einer riesigen, leerstehenden, beheizten Halle vor.

Mitzubringen war der eigene feine Kopfpolster. Es ging um Ruhe, zu sich zu finden, inne zu halten und Worte für seine liebsten Menschen zu finden. Zeit und Raum dafür war mehr als genug. Wir waren jeder für sich und trotzdem alle zusammen und niemand allein. 

Der Ort an dem das möglich wurde ist ein spezieller Raum nahe unserer Schule. Ein Niemandsland, ein verlassener Ort, ein Nicht-Ort, ein Transferraum - so beschreibt Ihn die Künstlerin und BE-Lehrerin Carmen Brucic, die sich das zusammen mit Monika Abendstein vom bilding. Kunst- und Architekturschule ausgedacht hat. Räumlichkeiten des ehemaligen Bauhaus und späteren Bucharchivs der Universität Innsbruck stehen nun leer, und warten auf eine neue Bestimmung und auf neue Begegnungen. Wir wollten mal hinein hören und hinein spüren, wie uns dieser Raum ohne Erinnerungen beeinflussen könnte, und haben einen Raum erfahren, der sich uns nicht aufdrängt, und uns in Ruhe einfach machen lässt.

Am Ende einer stillen Reise wurden alle Kerzen in der Mitte zusammengetragen, und dabei an andere Kinder gedacht, denen es zurzeit nicht so gut geht, wie den Flüchtlingskindern die gerade gefangen, oder unterwegs sind.

Schön war's, ruhig war's, konzentriert und herzerwärmend. Ein feiner Abschluss für dieses spezielle Semester und ein schöner Übergang vom Dunkel ins Helle, wo ja seit gestern wieder die Tage länger werden. (Carmen Brucic, 24. Dezember 2020)

  • Herzensbildung_2D_001

Klick aufs Bild! (Bilder: Carmen Brucic)