EU Tag kleinder sich eine viel bessere Überschrift verdienen würde,

aber wir hatten ein so eindrucksvolles Schulprojekt und einen so großartigen Tag für Europa, dass das in passende Worte zu fassen selbst Schiller als Herausforderung empfunden hätte.

Die ursprüngliche Idee, einen Vormittag für die ganze Schule im Zeichen der EU zu gestalten, stammte von den Schülervertreter_innen Luna, Tobias und Adrian. Direktorin Doris Schumacher griff sie ebenso mutig (wir sind eine große Schule!) wie begeistert auf und erzählte in ihrer Eröffnungsrede warum. Unser Bestreben, ein Verständnis für demokratische Institutionen zu vermitteln, Visionen zu entwickeln und eine Vorstellung davon, wie wir sie in unserem gemeinsamen Europa, einem wunderbaren Projekt des Zusammenlebens, leben können, ist uns schon was wert.

Die Schülervertreter_innen hatten ähnlich gute Motive: ihren Beitrag zu leisten zum Bildungsauftrag, mündige, kritische Bürgerinnen hervorzubringen, und die Umsetzung ihrer Überzeugung, dass nicht nur Schüler_innen lernen müssen, sondern auch Politiker_innen, und zwar von Jugendlichen. Für beides ist ein Projekttag wie unserer ideal.
Wir Lehrer_innen waren auch sehr angetan von der Europaidee, stellten uns einer beträchtlichen logistischen Herausforderung und gaben unser kreatives Bestes.
Die Unterstufe besuchte Workshops, die ein Bewusstsein für und vor allem Freude an unserem gemeinsamen Europa wecken sollten. Sie tanzten europäische Tänze, spielten europäische Lieder, gestalteten Europapuzzles aus Holz, stellten Europe on stage dar, entwarfen und spielten Öxitszenarien, entdeckten Europa spielend, recherchierten für European Faces, besiebdruckten Taschen, widmeten sich europäischer Essenskultur, lernten Sprachen in Crashkursen oder begaben sich für interkulturelle Rätselspiele auf die Straße.

Für die Oberstufe gab es Impulsreferate von Franz Fischler, ehemaliger EU-Kommissar für Landwirtschaft, und Michael Mingler, Landtagsabgeordneter der Grünen, der im Ausschuss für europäische Integration und Föderalismus tätig ist und für den an diesem Tag verhinderten Bürgermeister Georg Willi gekommen war. Es ging um Europapolitik, ihren Einfluss auf unseren Tiroler Alltag, die Möglichkeiten der EU angesichts der wichtigsten und komplexesten Themen unserer Gesellschaft, um Gedankenspiele und Bewusstseinsprozesse. Und auch darum, trotz aller unbedingt notwendiger Kritik gegenüber einer mächtigen Organisation diese differenziert und überlegt und auf der Basis von Wissen und Evidenz zu äußern. Und Teil einer aktiven, denkenden Zivilgesellschaft zu sein.

In der anschließenden Podiumsdiskussion mit Vertreter_innen der bei der EU-Wahl kandidierenden Parteien beeindruckten einige der Fragen und Überlegungen unserer Schüler_innen.

Über das Projekt werden wir noch eine Zeit lang reden und uns darüber freuen und immer wieder werden Erzählungen beim Wunder vom EU-Tag enden: In weniger als 20 Minuten haben die Schüler_innen der Oberstufe sämtliche Spuren des Großevents - Bühne, Podeste, Sitzgelegenheiten für an die 400 Schüler_innen - verräumt.

Und, da es natürlich ganz viel um den Brexit ging: es tut uns aufrichtig leid, dass Theresa May niemals einen Tag wie diesen erlebt hat. Sonst hätte sie den Austritt unverzüglich und ohne ein zweites Referendum abgesagt. (dlam, 13. April 2019)

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